Küchenwissen

Leuchtende Drinks mit Riboflavin und UV-Licht

Riboflavin, auch Vitamin B2 genannt, ist ein wasserlöslicher Farbstoff, der unter ultraviolettem Licht (UV-Licht) gelbgrün fluoresziert. Ein Drink mit einem Schuss Riboflavin leuchtet daher unter Schwarzlicht und bleibt trotzdem ein normales Lebensmittel.

UV-Licht ist für Augen und Haut nicht harmlos. Gehen Sie deshalb vorsichtig mit der Lampe um.

Warum Riboflavin unter UV-Licht leuchtet

Riboflavin steckt in vielen Lebensmitteln, etwa in Milch, Eiern und Hefe. In Wasser gelöst färbt es die Flüssigkeit leicht gelb. Trifft UV-Licht auf die Lösung, nimmt das Vitamin die unsichtbare Strahlung auf und gibt sie als gelbgrünes Licht wieder ab. Diesen Effekt nennt man Fluoreszenz. Er ist so stark, dass schon eine kleine Menge Riboflavin reicht, um ein ganzes Glas zum Leuchten zu bringen.

Am besten klappt der Effekt in klaren, hellen Getränken. Dunkle Säfte oder stark gefärbte Limonaden schlucken das Leuchten, weil ihre eigene Farbe das gelbgrüne Licht überdeckt. Auch Milch leuchtet übrigens, weil sie von Natur aus Riboflavin enthält. Wer den Effekt gezielt steuern will, löst Riboflavin selbst in Wasser oder einem klaren Softdrink.

So gelingt der Leuchteffekt

Sie brauchen drei Dinge: Riboflavin, ein klares Getränk und eine UV-Lampe. Riboflavin gibt es als Pulver in der Apotheke oder als Bestandteil von Vitamin-B-Präparaten. Eine kleine Messerspitze, in einem Glas Wasser verrührt, reicht für einen deutlichen Effekt. Das Pulver löst sich langsam, rühren Sie deshalb gründlich und warten Sie kurz, bis sich nichts mehr am Glasboden absetzt.

Die UV-Lampe, oft als Schwarzlicht oder Blacklight verkauft, erzeugt den Leuchteffekt. Schalten Sie das normale Licht aus und halten Sie die Lampe auf das Glas. Je dunkler der Raum, desto kräftiger das Leuchten. Tageslicht und normale Zimmerbeleuchtung überstrahlen den Effekt.

UV-Licht sicher einsetzen

UV-Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar, aber nicht wirkungslos. Bei langer Einwirkung reizt die Strahlung die Augen und schädigt die Haut. Darum gelten für Schwarzlichtlampen dieselben Grundregeln wie für jede UV-Quelle: Schauen Sie nicht direkt in die Lampe, und lassen Sie die Strahlung nicht ungeschützt auf die Haut treffen. Für kurze Effekte an einem Abend ist das unkritisch, wer aber regelmäßig mit UV-Lampen arbeitet, sollte eine Schutzbrille tragen, die UV-Strahlung filtert.

Achten Sie außerdem auf die Art der Lampe. Handelsübliche Schwarzlichtlampen für Partys und Deko strahlen meist im UV-A-Bereich, der weniger energiereich ist als das UV-B und UV-C aus Sonnenbänken oder Desinfektionsgeräten. Trotzdem gilt: Je länger die Bestrahlung, desto höher die Belastung. Halten Sie die Lampe nicht dauerhaft auf Haut oder Augen gerichtet, und stellen Sie sie so auf, dass niemand versehentlich direkt hineinschaut.

Riboflavin richtig behandeln

Riboflavin ist als Lebensmittelfarbstoff unter der Bezeichnung E101 zugelassen und gilt in normalen Mengen als unbedenklich. Es ist ein Vitamin, das der Körper ohnehin über die Nahrung aufnimmt. Für einen Leuchtdrink brauchen Sie weit weniger, als ein übliches Vitaminpräparat enthält. Bedenken Sie aber, dass Riboflavin lichtempfindlich ist: Steht das Getränk längere Zeit im Tageslicht, verliert es seine gelbe Farbe und damit auch einen Teil seiner Leuchtkraft. Bereiten Sie den Drink also kurz vor dem Servieren zu.

Nicht jedes Leuchten im Glas stammt von Riboflavin. Tonic Water zum Beispiel leuchtet unter UV-Licht blau, weil es den Bitterstoff Chinin enthält. Wer verschiedene Farben mischen möchte, kombiniert beide Effekte, muss aber wissen, dass Chinin und Riboflavin unterschiedlich leuchten und sich gegenseitig überdecken können.