Küchenwissen

Moderne Küche ohne Labor-Jargon erklärt

Wenn sich eine Vinaigrette trennt, eine Sauce zu dünn bleibt oder Sie Fisch gleichmäßig garen möchten, helfen Küchentechniken mit gezielter Temperatur sowie Verdickungs- und Geliermitteln. So gelingen vertraute Gerichte besser.

Für diese Methoden brauchen Sie meist keine Spezialgeräte. Wählen Sie die Methode nach dem gewünschten Ergebnis und halten Sie sich bei Mengen und Garzeiten an ein erprobtes Rezept.

Wenn sich Saucen trennen

Öl und Wasser verbinden sich von selbst nicht dauerhaft. Eine solche Mischung heißt Emulsion. Senf hilft zum Beispiel dabei, eine Vinaigrette zusammenzuhalten. Auch Lecithin hilft, Mischungen zusammenzuhalten. Welche Zutat passt, hängt vom Rezept und vom gewünschten Geschmack ab.

Xanthan ist ein Verdickungsmittel, das eine zu dünne Sauce andicken kann. Schon kleine Mengen verändern die Konsistenz; zu viel davon macht die Sauce klebrig oder gummiartig. Verwenden Sie deshalb ein erprobtes Rezept und wiegen Sie die Menge mit einer Küchenwaage ab, denn kleine Mengen lassen sich mit Löffeln schwer verlässlich dosieren.

Agar für Gelees und Desserts

Agar ist ein pflanzliches Geliermittel aus Rotalgen. Es eignet sich zum Beispiel für ein festes Dessert ohne Gelatine. Agar verhält sich beim Kochen und Abkühlen anders als Gelatine. Ersetzen Sie Gelatine daher nicht einfach im gleichen Verhältnis, sondern halten Sie sich an ein Rezept, das ausdrücklich Agar verwendet.

Verdickungs- und Geliermittel haben jeweils eine bestimmte Aufgabe. Sie ersetzen weder die passende Würzung noch eine gute Zubereitung. Bei Lebensmittelzusatzstoffen gelten in der EU außerdem festgelegte Verwendungen und Bedingungen. Eine Zulassung bedeutet nicht, dass jede Menge für jedes Gericht geeignet ist.

Sous-vide sicher nutzen

Beim Sous-vide-Garen kommt das Essen in einen geeigneten Beutel oder Behälter. Dieser liegt in einem Wasserbad mit genau geregelter Temperatur, das das Essen gleichmäßig gart. Danach sorgt kurzes Anbraten für die Bräunung, die im Wasserbad nicht entsteht. Prüfen Sie, ob Beutel und Zubehör für die vorgesehene Verwendung geeignet sind.

Bei diesem Verfahren gehören Zeit und Temperatur zusammen. Eine einzelne Temperaturangabe reicht deshalb nicht als Sicherheitsregel für alle Lebensmittel und Stückgrößen. Folgen Sie einem verlässlichen Rezept mit passenden Zeit-Temperatur-Angaben und verwenden Sie ein Lebensmittelthermometer, wenn die Sicherheit von der Kerntemperatur abhängt. Allgemeine Mindesttemperaturen für Fleisch oder Geflügel ersetzen keine Anleitung für das Niedrigtemperaturgaren.

Kühlen und warmhalten

Gekochte Speisen sollten nicht länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen. Kühlen Sie Reste zügig und bewahren Sie sie kalt auf. Für den Haushalt empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, gekühlte Speisen unter 5 °C zu lagern und warmgehaltene Speisen über 60 °C zu halten.

Flüssigstickstoff und Trockeneis sind keine unkomplizierten Küchenzutaten. Sie können Speisen extrem abkühlen, und direkter Kontakt oder Rückstände können schwere Verletzungen verursachen. Verwenden Sie sie zu Hause nicht ohne geeignete Fachkenntnis und Sicherheitsvorkehrungen.